Die Pfarrkirche zum Hl. Martin in Hallwang

"Die helle, einfache Kirche zu Ehren des heiligen Martin mit drei hölzernen Altären stand urkundlich schon 1481. Am Chor trifft man auf die Jahreszahl 1675, am Tabernakel auf die Spuren der Gewalttätigkeit der Neufranken im Jahre 1800"

So schrieb Benedikt Pillwein in seiner 1844 erschienenen Beschreibung des Herzogtums Salzburg.

 

Tatsächlich lässt sich jedoch auf Grund von archäologischen Funden eine erste Kirchengründung schon in der ersten Hälfte des 8. Jahrhundert nachweisen, eine kleine Kapelle wurde auf den Resten der Badeanlage eines römischen Gutshofes errichtet.

Vermutlich in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhundert wurde ein größerer Kirchenbau errichtet, eine einschiffige Saalkirche mit halbrunder Apsis.

Nach der "Hallwanger Chronik" des Pfarrvikars Dürlinger soll am 20. Juli 1197 die Kirchenweihe  des dritten Kirchenbaus erfolgt sein - dessen Längsstreckung entsprach schon jener der heutigen Kirche.

 

1686 entschloss man sich zu einer Erweiterung der Kirche, Planung und Leitung der Arbeiten erfolgten durch den Salzburger Hofbaumeister Caspar Zugalli - am 20. Juli 1694 erfolgte die feierliche Einweihung.

Das ist der Tag der Heiligen Margareta von Antiochien - darum feiern wir unser Kirchweihfest jedes Jahr an einem Sonntag rund um den 20. Juli.

Die Statue der hl. Margareta befindet sich im rückwärtigen Kirchenschiff auf der sogenannten Männerseite.
 

 

Aus dem Jahr 1763 erfahren wir, dass anstelle des alten Turmhelms ein "ganz zierlicher und dauerhafter" nach dem Plan des hochfürstlich salzburgischen Bauverwalters Wolfgang Hagenauer (Hausherr und Gönner von Wolfgang Amadeus Mozart) errichtet wurde.

1858 wurde die Kirche, bis dahin eine Filiale der Pfarre Bergheim, zur selbständigen Pfarrkirche erhoben.
Das heutige Geläute, bestehend aus drei Glocken, wurde von der Firma Oberascher in Salzburg gegossen und am 13. März 1949 eingeweiht.

2005 wurde mit großer Unterstützung der Hallwanger Bevölkerung der Orgelneubau errichtet. Die Orgel, mit 20 Registern auf 2 Manualen und Pedal stammt aus der Haager Orgelbauwerkstatt von Johann Pieringer.

Der Hochaltar im Kircheninneren zeigt den heiligen Martin hoch zu Ross, ein Gemälde signiert von Johann Entfelder in Schwaz, das bei der Renovierung des Innenraums 1849 angebracht wurde.

Zuvor zierte den Hochaltar ein Reiterstandbild des heiligen Martin, eine Schöpfung des berühmten Barockbildhauers Meinrad Guggenbichler. Leider ist das barocke Meisterwerk bis heute verschollen, wahrscheinlich wurde es 1849 zerstört.
Das Aufsatzbild zeigt eine Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit von Sebastian Stief.
Die beiden seitlichen Figuren zeigen den hl. Rupert (links) und den hl. Ulrich (rechts).

Die Chorapsis zieren weiters Figuren der Heiligen Florian und Leonhard.

 

 

Der linke Seitenaltar zeigt eine Madonna mit Kind - ebenso von Sebastian Stief um 1858 geschaffen. Das Oberbild stellt die beiden Heiligen Sebastian und Florian dar, die Skulpturen im Aufsatz zeigen uns die Hl. Joachim und Anna, und als Bekrönung des Aufsatzes sieht man zwischen zwei Putten den hl. Jacobus minor.

 

 

 

Das Thema der Herz-Jesu-Verehrung ziert das Hauptgemälde des rechten Seitenaltares, gemalt von Joseph Gold im Jahr 1879.

Das Aufsatzbild stellt die Hl. Leonhard und Ägidius dar, die Skulpturen die Heiligen Virgil und Nikolaus, beziehungsweise oben, zwischen zwei Putten, den heiligen Johannes Nepomuk.